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Reisebericht

Reise nach Tambov anläßlich des 60. Geburtstages von Prof. Dr. Alexander Popovitschev von Godehardt Schönherr

Eine Reise nach Russland ist immer ein kleines Abenteuer. Ich sollte der Überraschungsgast auf dem offiziellen Empfang in Tambov sein. Nachdem ich mein Touristenvisum bei der russischen Botschaft in Hamburg erhielt, ging es am 30. April vom Hamburger Airport  mit der Aeroflott um 12.20 Uhr auf nach Moskau. Es war ein neuer Airbus A 320 mit dunkelblauen Ledersitzen. Die Abfertigung in Hamburg ist problemlos.

Im Flugzeug wird man nicht nur auf Russisch, sondern auch auf Deutsch begrüßt. Neben den üblichen Erfrischungsgetränken gibt es einen kleinen Imbiß damit der Fluggast den Flug von zweieinhalb Stunden gut übersteht. Angekommen in Moskau um 17.10 Uhr Ortszeit, wartet man bei der Einreise knapp eine Stunde, da der Flugverkehr doch erheblich ist. Moskau ist auch diesem Punkt ein Dreh- und Angelpunkt.

Das Flughafengebäude wird saniert und eine weitere Start- und Landebahn ist in Arbeit.

Wie geht es weiter? Da meine Reise doch „geheim“ bleiben sollte, gab es nur wenige Menschen die informiert waren. Ich könnte mit dem Zug weiter nach Tambov reisen. Das bedeutet rund 12 Stunden Zugfahrt mit max. 50 bis 60 km/h die Stunde, da viele Verbindungen nicht dem ICE-Standard entsprechen.

Ich habe vorgesorgt. Mein Freund Oleg aus Tambov, ehemaliger Tänzer und Dolmetscher bei IVUSHKA., hatte ein neues Auto und war tatsächlich bereit mit seinem neuen Renault die Strecke Tambov – Moskau – Tambov für mich zu fahren.

Nach fast zwei Stunden fahrt waren wir aus Moskau heraus. Die Ausfallstraßen sind fünfspurig je Richtung und fast immer verstopft. Verkehrsregeln beachtet der russische Autofahrer eigentlich nicht, dennoch passiert relativ wenig. Ähnlich wie z.B. in Paris. Hier und da steht ein LKW und der Fahrer versucht gerade etwas zu reparieren.

Gegen drei Uhr morgens kamen wir in Tambov an. Mein Quartier sollte bei dem Dolmetscher und Hochschullehrer Prof. Vladimir Loginov sein. Seine Tochter war gerade einige Tage in St. Petersburg und so hatte ich ein Zimmer.

Am 2. Mai war es dann soweit. Die große Feier mit Empfang der Stadtoberen wie Gouverneur, Bürgermeister, Kultusminister und zwei Abgeordneten der Duma aus Moskau, sollte gegen 17.oo Uhr beginnen. Da aber noch zwei wichtige Herren fehlten, verzögerte sich der Empfang etwas. Gegen 17.45 Uhr ging es dann los.

Ich saß nun gut versteckt und sicher vor Entdeckung in einem Auto. Der Empfang fand im festlich geschmückten Foyer der Musikhochschule statt.

Nach einiger Zeit begab ich mich dann auf den Parkplatz hinter der Hochschule, die auch über einen eigenen Theatersaal verfügt. Durch den Künstlereingang ging es dann auf die Bühne. Hier begann die nächste Phase des Wartens. Auf ein Stichwort sollte ich durch die Besuchertür das Foyer betreten. Für alle unerwartet.

Ich hörte wie der Bürgermeister seine Worte an den Jubilar Professor Dr. Alexander Popovitschev richtete und mit einem kräftigen Nastarovie, was so viel bedeutet wie „Zum Wohl“, endete.

Jetzt wurde es spannend – Die Moderatorin, welche das Programm und den Ablauf fest im Griff hatte, sprach die Worte „Und jetzt Grüße aus Deutschland“. Das war mein Stichwort. Ein wenig Aufregung verspürte ich schon.

Bepackt mit einigen Präsenten betrat ich das Foyer. Vor mir die prächtigste Tafel die ich in den letzten Jahren gesehen hatte. Die Damen und Herrn der Stadt Tambov sahen verwundert zur Tür und unser Jubilar, nebst seiner Gattin, traute seinen Augen nicht.

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Die Überraschung war gelungen. Die Begrüßung war überaus herzlich und ich sah wie sehr sich Alexander über meine Anwesenheit freute.

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Die vorbereitete Rede wurde vorgelesen und sogleich Wort für Wort übersetzt. Die Grüße der Stadt Langen wurden überbracht und die Präsente auf den dafür vorgesehenen und großartig geschmückten Tisch gestellt.

Die üppigen Rosensträuße fielen sofort auf. So etwas habe ich noch nie gesehen – Rosen, fast so groß wie kleine Bäume – unglaublich. Einige der anwesenden Herren kannte ich schon von meinen vorherigen Reisen und Besuchen in Tambov. Sie wurden alle persönlich begrüßt.

Das Buffet war einmalig. Die Speisen, mit auserlesenen Spezialitäten und Pasteten, fast wie ein Kustwerk hergerichtet und dekoriert. Man traute sich fast gar nicht dieses Kunstwerk zu zerstören. Aber „Was Mut dat Mut“ sagt der Hamburger und ich hatte ja auch Hunger. Der erste Biss in eine Pastete, ein Traum für den Gaumen. Nach den harten Tagen genoss ich die Köstlichkeiten.

Jeder der anwesenden Damen und Herren brachte seine Laudatio auf den Jubilar, die jeweils mit einem Trinkspruch endete. Um 21 Uhr wurde die Tafel aufgehoben und die offiziellen Gratulanten verließen nach gemeinsamem Gruppenfoto die Hochschule. Die Limousinen mit den Chauffeuren standen vor dem Eingangsportal.

Wie auch bei uns in Deutschland, der harte Kern blieb. Nach und nach gesellten sich einzelne Künstler des Ensembles hinzu. Es gab viel zu erzählen und keinen Schlaf für mich, denn gegen zwei Uhr hieß es schon wieder Zusammenpacken und zurück nach Moskau. Jetzt wurde ich sogar offiziell von dem Chauffeur von Prof. Dr. Alexander Popovitschev nach Moskau gefahren. Begleitet wurden wir von einem Bodygard und dem Dolmetscher Vladimir Loginov. So trat ich die Heimreise an.

Die große Feier mit dem Ensemble fand dann am Samstag statt. Gerne wäre ich dabei gewesen, denn wenn in Russland gefeiert wird, spart man nicht mit Attraktionen und Späßen mit Liedern und Versen. Es muß ja nicht immer der Wodka im Mittelpunkt stehen.